John Sinclair (1) – Im Nachclub der Vampire

Ich möchte diesen Blogbeitrag dem kürzlich verstorbene Joachim Kerzel widmen. Wieder eine ganz große Stimme, die für immer verstummt ist. Im Jahr 2000 ging die Hörspielserie Geisterjäger John Sinclair an den Start, in welcher Kerzel als Erzähler zu hören war. Mit seiner mehr als markanten Stimme hat er meines Erachtens einen nicht unerheblichen Teil zum Erfolg der Serie beigetragen

Klappentext
Drei Vampir-Schwestern eröffnen die Bar Shocking Palace in Soho. Sie machen zwei Männer zu Vampiren, werden jedoch von der jungen Deutschen Marina Held beobachtet. Sie alarmiert John Sinclair, den sie auf ihrem Flug von Deutschland kennengelernt hat. John rettet Marina, die von den Vampirinnen aufgespürt wird, und muß das Vampirnest ausheben …

Die Story
In London werden im großen Stil Blutkonserven aus Krankhäusern gestohlen. Es gibt keine Spuren, keine Fingerabdrücke, nichts. Zu sauber für einen gewöhnlichen Einbruch. Die Begleitumstände legen den Verdacht auf Vampire nahe.Gleichzeitig macht marina Held, eine junge deutsche Tourstin, eine grauenvolle Entdeckung. Im Hinterhof des Shocking Palace, einer neuen Szene-Bar wird sie Zeugin eines zweifachen Mordes, kann allerdings entkommen. Hilfe suchend wendet sie sich an Scotland Yard und landet bei John Sinclair. Dieser kann eine Verbindung zu gestohlenen Blutkonserven herstellen und nimmt den Shocking Palace unter die Lupe. Unnötig zu erwähnen, dass eben in besagter Bar alle Fäden wieder zusammen laufen. Wer also irgendwie komplexe oder verschachtelte Handlungsstränge erwartet, ist hier definitiv falsch. Immerhin sollten wir nicht vergessen, dass die Vorlage dieser Hörspielserie eine wöchentlich erscheinende Heftromanserie ist. Da kann also

Mein Hörerlebnis
Die Hörspielserie läuft nunmehr seit knapp 26 Jahren mit großen Erfolg. Daher bedarf es an dieser Stelle wohl nicht zu viele große Worte, um sie vorzustellen. John Sinclair dürfte wohl jedem Grusel- bzw. Hörspielfan ein Begriff sein. Schon die ersten Minuten des Hörspiels sollten zeigen, welchen Weg die Serie einschlagen sollte. Das war damals eine ganz neue Art von Kopfkino, was es bis dahin nicht gegeben hatte. Ein lautes und oft sehr basslastiges Sounddesign, das man bis dato nur aus großen Hollywood-Blockbustern kannte. Das war so das krasse Gegenteil zu den Hörspielen, die wir in unserer Kindheit und Jugend gehört hatten. Es gab jede Menge Action, Spannung, und fette Jump-Scares, wie man sie bis dato nur aus Horror-Filmen kannte. Wie eingangs schon erwähnt, eine ganze neue Art von Kopfkino.

Die Stimmen
Um das Kopfkino perfekt zu machen, hatte Hörspielmacher Oliver Döring die Idee, möglichst bekannte Stimmen einzusetzen. Sprich, es kamen fast ausschließlich die Synchronstimmen bekannter Hollywoodstars zum Einsatz. So wurde die Titelfigur John Sinclair mit Frank Glaubrecht besetzt. Dieser war bzw. ist die Stammstimme von Pierce Brosnan, Brosnan war damals der aktuelle James-Bond-Darsteller. Sprich, unser Geisterjäger bekam die Stimme von James Bond. Sinclairs langjähriger Freund und Reporter Bill Conolly wurde besetzt mit Detlef Bierstedt. Bierstedt war über viele Jahre die Synchronstimme von George Clooney. Die Rolle von Sinclairs Freunidn, der Privatdetektiven Jane Collins wurde besetzt mit Franziska Pigulla. Ihre Stimme war vielen bestens bekannt aus der TV-Serie Akte X, in welcher sie Gillain Anderson aka Special Agent Dana Scully ihre Stimme lieh. Als Erzähler konnte seinerzeit Joachim Kerzel gewonnen werden. Kerzel war im Synchronbereich die Stammstimme von Jack Nicholson, Harvey Keitel, Anthony Hopkins oder auch Jean Reno. Mit seiner markanten Stimme war er meist Dreh.- und Angelpunkt des Geschehens. Die Hörspiele waren so geschrieben, dass es oft lange Erzählerpassagen gab. Gerade zu Beginn einer neuen Szene wurde selbige immer sehr ausführlich und detailreich beschrieben. Auch das hatte es bis hierhin in der Form noch nicht gegeben.

Fazit
Allerfeinster Horror-Kult, der bis heute nichts von seinem Charme und seiner Klasse verloren hat. Diese Serie hat für das Medium Hörspiel den Weg ins einundzwanzigste Jahrhundert geebnet. Ohne John Sinclair würde die Hörspiellandschaft heute anders aussehen. An dieser Stelle vielen Dank an alle mitwirkenden Künstler und Künstlerinnen – allen voran natürlich Joachim Kerzel – für die unzähligen Stunden Spannung und Hörspaß.

Verlag/Label
Lübbe Audio /WortArt

Regie
Oliver Döring

Erscheinungsdatum
30.10.2000

Sprecher/Sprecherinnen
Erzähler – Joachim Kerzel
John Sinclair – Frank Glaubrech
Sir Powell – Karl-Heinz Tafel
Ansage – Fred Bogner
Marcos Tumb – Henning Bornemann
Fahrer – Thomas Friebe
Marina Held – Silke Haupt
Doktor – Jörg Kernbach
Lara – Friedericke Klebert
Mona – Sibylle – Kuhne
Zuhälter – Klaus Niehoff
Ted Willard – Stephan Runge
Flugzeugdurchsage – Monika Rydell
Clara Sanders – Eva Spott

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