Liebe Hörspiegemeinde. Drei Jahre ist es her, dass Wolfy, das Maskottchen und Wappentier des kleinen, aber feinen Hörspiellabels Wolfy-Office sein eigenes Hörspiel bekommen hat. Pünktlich zum diesjährigen Summer Breeze Open Air ist Wolfy zurück, um uns ein weiteres mal mit auf einen Roadrtip zu nehmen, der sich gewaschen hat. Aber lest am besten selbst.
Klappentext
Seit Seit seinem ersten Abenteuer lebt der grüne Lykaner Wolfy in einer geheimen BND-Einrichtung und arbeitet mit Prof. Dr. Roland Fischer an interdimensionalen Projekten. Doch als Clara und ihre beste Freundin Tina auf dem Weg zum Summer Breeze Open Air entführt werden, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Hinter der Entführung steckt der skrupellose Milliardär Lucien D’Argent – mit einer gefährlichen Obsession für seltene Wesen und einem besonderen Interesse an Wolfy. Gemeinsam mit Roland und Daniel folgt Wolfy der Spur bis nach Südarika, wo emotionale Herausforderungen, Fallen und ein Feind warten, für den Lebewesen nur Sammlerstücke sind.
Die Fortsetzung
Da ist sie, die Fortsetzung. Sie erscheint pünktlich zum Summer Breeze, was, wie der Klappentext ja schon verrät, Teil der Story ist. Das erste echte Highlight des Hörspiels lag für mich schon im Betätigen der Playtaste. Mhh, lasst euch dieses Wort auf der Zunge zergehen – Playtaste. Nicht irgendein Button oder ein Track auf einem Display. Nein, Wolfy 2 erscheint, wie schon Teil auch als CD, wie cool ist das denn? So sehr wir die Vorzüge der modernen, digitalen Welt auch zu schätzen wissen, so lässt ein Hörspiel, dass man nicht nur hören, sondern auch in die Hand nehmen kann, die Herzen eines jeden Haptikers und Kassettenkindes sofort höher schlagen.
Roadtrip
Auf die Story mag ich gar nicht mehr eingehen. Der Klappentext gibt sie schon sehr gut wieder, ohne großartig zu spoilern. Wer denkt, wir bekommen so etwas wie Teil 1 in aufgewärmt serviert, dem muss ich leider sagen, dass er auf dem Holzweg ist. Also ja, es gibt wieder einen Roadtrip für die gute Sache, für das große eherne Ziel. Und natürlich stoßen unsere Helden auf Widrigkeiten aller Art. Muss auch so sein, sonst wäre es doch sein sehr kurzes Hörspiel geworden. Aber irgendwie ist es doch anders. Es gibt so viele emotionale Momente. Und Titelfigur Wolfy ist um einiges erwachsener geworden, wenn man es so nennen will. Aber gleichzeitig kommt er immer noch mit demselben jugendlichen Charme daher, wie wir ihn kennen und lieben gelernt haben. Wie die meisten Fortsetzungen, möchte auch diese höher hinaus als ihr Vorgänger. Hat es die Figuren in Teil 1 bis nach Schweden verschlagen, so geht der Roadtrip diesmal bis nach Südafrika. Wolfy wird quasi interkontinental.
Musik
In Sachen Musik bleibt sich der grüne Lykaner ebenso treu, wie seine Schöpfer. Er liebt Metal. Ohne Kompromisse. Auch diesmal nimmt die Musik eine zentrale Rolle im Hörspiel ein. Wir erinnern uns, das eigentliche Ziel ist das Summer Breeze Open Air. Musik verbindet die Menschen – und natürlich auch Lykaner. Umso genialer ist es, dass auch in Teil 2 einige handverlesene Songs von echten Bands den Weg ins Hörspiel gefunden haben. Und noch besser, sie laufen nicht einfach so im Hintergrund. Nein, sie sind so eingebaut, dass sie die jeweilligen Szenen abrunden und schlichtweg noch etwas gelungener erscheinen lassen als ohnehin schon. Dieser Geniestreich hat mir schon im ersten Teil wunderbar gefallen. Und ja, zugegeben, Metal mag mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack treffen. Für viele ist es zu laut, zu brachial, was auch immer. Aber es ist echt, authentisch. Musik von richtigen Msuikern. Echten Künstlern, die etwas zu sagen haben, oftmals auch etwas sehr persönliches. Musik mit Seele, wenn man so will. Ein Kunststück, dass der generische Radiopop seit vielen Jahren schon nicht mehr schafft.
Stimmen und Gastauftritte
Mehr als 30 Stimmen kommen zum Einsatz, um diesen Roadtrip hörbar zu machen. Das ist ein Rahmen, wie es ihn nur selten im Hörspiel gibt. Aus dem Stand fallen mir da nur die Ohrenkneifer ein, die schon öfter so großen Aufwand betrieben haben. Natürlich werde ich jetzt nicht auf jede Stimme einzeln eingehen, das wäre Wahnsinn. Zum Glück muss das auch nicht sein. Alle bringen ein gehöriges Maß an Spiellaune mit, was sich am Ende auch wunderbar raushören lässt. Die müssen bei den Aufnahmen einen Heidenspaß gehabt haben,. Dazu kommen einige Gastauftritte und Cameos von Bands bzw. Künstlern, von welchen ich nicht viele erkannt habe. Shame on me. Was oder vielmehr wen ich aber sofort erklannt habe, ist kein Geringerer als der schlaue Löwe Leo aus der Hörspieldserie „Leo un die Abenteuermaschine“. Leo wird, wie immer, gesprochen von Marco Rosenberg, der den kleinen Löwen genauso überzeugend darbietet, wie sonst auch.
Fazit
Ich kann mein Schlusswort vom letzten mal nur wiederholen. Einsteigen, anschnallen, das Hörspiel einlegen, auf Play drücken und die Lautstärke schön aufdrehen. Dann habt ihr alles, was für einen coolen Roadtrip braucht. Gäbe es so etwas wie das Summer Breeze nur für Hörspiele, hätte Wolfy in jedem Fall das Zeug zum Headliner. Für mich das beste Hörspiel, dass in diesem Sommer erschienen ist.
Informationen zur Produktion
Verlag/Label – Wolfy-Office
Autor/Regie/Dialogschnitt – Kim Jens Witzenleiter
Buchbearbeitung/Artworks – Adroth Rian
Sounddesign/Abmischung – Tom Steinbrecher
Musik – Michael Donner
Erscheinungsdatum – 12.08.2026
Songs
Onyx Eyes – Tibet
Tyranthrope – Unfaltering
Tenside – Aim For Paradise
Never Back Down – Outcast
Skar – Half Horse Half Man
Beloved Enemy – Mother
Soundclutch – Carry Me
Vanitas – Lucid Dreams
Kaydja – Letzte Kraft
Thunder and Lightning – Where Secrets Hide
Sprecher/Sprecherinnen
Wolfy – Christoph Walter
Prof. Dr. Roland Fischer – Peter Flechtner
Agent Rose -Chiara Haurand
Leo – Marco Rosenberg
BND-Präsident Zeeden – André Beyer
James Gene Harris – Ron Kliehm
Clara – Sara Wegner
Petra – Dorothea Anzinger
Bassistin Katja – Rebecca Keil
Gitarrist Kevin – Søren Eyes
Tina – Constanze Buttmann
Daniel – Kevin Kasper
Lucien D’Argent – Christian Weygand
Élodie D’Argent – Claudia Urbschat-Mingues
Malik – Vincent Fallow
Rieke – Ophelia Witzenleiter
Nina – Tessa Lange
Dragan – Daniel Welbat
Maon – Sabine König
Rashid – János Jung
Fenrak – Stas Winter
Nayla – Xenia Busam
Gregor – Patrik Finger
Pilot – Yannick Forstenhäusler
Drummer Rico – Jan Abraham
Lemmy – Thomas Balou Martin
Kurban – Antonio F. Lopes
Jabo – Oliver Ehrig
Dienstmädchen – Jennifer Strauß
In eigener Sache
Für diesen Blogbeitrag wurde mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Beitrag wurde von mir verfasst und stellt meine persönliche Meinung zum Hörspiel dar. Dabei wurde ich von keinem der mitwirkenden Künstler oder Labels beeinflusst.
