Der Ruf von Blut und Feuer (Hörbuch)

Mein bevorzugtes Medium ist und bleibt das Hörspiel. Aber manchmal schafft es auch das eine oder andere Hörbuch in den Heimathafen. So wie dies hier – Der Ruf von Blut und Feuer. Autor Axel Gasché hat mich gefragt, ob ich es mir anhören würde. Da Fantasy ja nicht so ganz mein Genre ist, habe ich tatsächlich einen Moment gezögert, aber schließlich zugesagt. Zum Anhören habe ich etwas länger gebraucht, als ursprünglich gedacht. Aber nun kann ich schließlich ein kleines, aber feines Statement mit euch teilen.

Klappentext
„Da war dieser Keim des Bösen, den ich nur schwer leugnen konnte. Eine Neigung zur Abscheulichkeit, die mir in den Nebeln meiner Kindheit zugeflogen war.“Als vermeintlicher Mörder einer Hexe landet der Taugenichts Josef im Zwingturm von Winterburg. Rettung bietet ausgerechnet der zwielichtige Totengräber. Von den Menschen gleichermaßen gefürchtet wie verachtet, will Josef nun selbst dessen Magie erlernen.Als er seine Ausbildung beginnt, warten nicht nur rachsüchtige Geister auf ihn, sondern auch ein Blutbaum, der nach seinem Leben trachtet. Ihm bleibt nur wenig Zeit, dieser Probleme Herr zu werden, denn eine noch nie dagewesene Macht bedroht Winterburgs Tore.Womöglich sind die wilden Hexen der Stadt und ein Meister über die Toten noch das geringste Übel ….Düstere Fantasy mit einem Anti-Helden, in dessen Händen das Gleichgewicht zwischen Leben und Tod liegt.

Etwas ausführlicher gefällig?
Mit Der Ruf von Blut und Feuer entführt Axel Gasché in eine düstere und von Magie durchdrungene Fantasywelt, in der Leben und Tod wesentlich näher beieinanderliegen, als es den Menschen von Winterburg lieb sein kann. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Josef – ein junger Taugenichts, der sich bislang eher mit kleinen Diebstählen und anderen Gaunereien über Wasser gehalten hat. Mit einem großen Helden hat er zunächst wenig gemeinsam. Doch sein Leben nimmt eine dramatische Wendung, als er beschuldigt wird, eine Hexe ermordet zu haben.

Josef landet daraufhin im Zwingturm von Winterburg und muss eigentlich mit seinem Todesurteil rechnen. Ausgerechnet der geheimnisvolle Totengräber Mitja bewahrt ihn vor diesem Schicksal. Mitja ist in der Stadt alles andere als beliebt. Die Menschen begegnen ihm mit Misstrauen und Furcht, denn hinter seiner düsteren Erscheinung verbirgt sich ein Geheimnis: Er ist nicht nur für die Toten zuständig, sondern beherrscht auch eine besondere Form der Magie.

Statt Josef seinem Schicksal zu überlassen, nimmt Mitja ihn als Lehrling bei sich auf. Für Josef beginnt damit ein völlig neues Leben. Der Friedhof wird zu seinem neuen Zuhause und die Arbeit mit den Toten zu seinem Alltag. Doch schnell erkennt er, dass hinter Mitjas Tätigkeit weit mehr steckt, als es zunächst den Anschein hat. Die Ausbildung konfrontiert Josef mit einer Welt, in der Geister, Magie und übernatürliche Kräfte tatsächlich existieren.

Besonders gefährlich wird es durch die Rachegeister, die auf dem Friedhof ihr Unwesen treiben. Josef muss lernen, mit ihnen umzugehen und sich ihren Respekt zu verschaffen. Gleichzeitig macht er Bekanntschaft mit einem äußerst ungewöhnlichen und gefährlichen Wesen: einem Blutbaum, der keineswegs einfach nur Teil der düsteren Friedhofsatmosphäre ist, sondern Josef nach dem Leben trachtet.

Während Josef immer tiefer in die Geheimnisse der magischen Welt eintaucht, entdeckt er zudem, dass auch in ihm selbst etwas Ungewöhnliches steckt. Seine Vergangenheit und seine Herkunft scheinen enger mit der Welt der Magie verbunden zu sein, als er zunächst vermutet. Dabei spielen auch die Hexen von Winterburg eine wichtige Rolle. Josef beginnt, hinter die Fassade der Stadt und ihrer Bewohner zu blicken und erkennt, dass längst nicht alles so ist, wie es zunächst scheint.

Doch die persönlichen Gefahren sind nur ein Teil des Problems. Eine bisher unbekannte und mächtige Bedrohung nähert sich Winterburg und bringt das ohnehin fragile Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Mächten in Gefahr. Josef steht damit vor einer Aufgabe, auf die er alles andere als vorbereitet ist. Ausgerechnet der junge Mann, der bisher vor allem versucht hat, sich selbst durchzuschlagen, gerät immer stärker zwischen die Fronten von Menschen, Hexen, Toten und anderen übernatürlichen Kräften.

Dabei verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Gut und Böse. Auch Mitja, Josef und die anderen Figuren lassen sich nicht einfach in klassische Helden und Schurken einteilen. Jeder scheint seine eigenen Geheimnisse, Motive und Abgründe zu besitzen. Für Josef beginnt eine Reise, auf der er nicht nur lernen muss, mit den Kräften der Toten umzugehen, sondern sich auch mit seiner eigenen dunklen Seite auseinandersetzen muss.

Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto größer wird die Bedrohung für Winterburg. Josef muss erkennen, welche Rolle ihm in diesem Konflikt zukommt und wie viel er bereit ist zu riskieren. Dabei wird die Frage immer wichtiger, ob er tatsächlich selbst über sein Schicksal bestimmen kann – oder ob längst andere Mächte die Fäden in der Hand halten.

Der Ruf von Blut und Feuer verbindet klassische Fantasy-Elemente mit einer ausgesprochen düsteren Atmosphäre. Magie, Hexen, Geister und die Welt der Toten treffen auf einen ungewöhnlichen Antihelden, der alles andere als perfekt ist. Im Zentrum steht dabei Josef, der im Laufe der Geschichte nicht nur mit äußeren Gefahren konfrontiert wird, sondern auch zunehmend mit den dunklen Seiten seiner eigenen Persönlichkeit. Die Geschichte entwickelt sich so von einer zunächst scheinbar persönlichen Rettung zu einem wesentlich größeren Kampf, bei dem schließlich das Gleichgewicht zwischen Leben und Tod auf dem Spiel steht.

Die Stimme
Gelesen wird das Werk von Steffen Rössler. Dieser ist seit 2020 als selbstständiger Sprecher mit einem eigenem kleinen Studio tätig. Sein Tätigkeitsfeld umfasst neben Hörbüchern auch Werbung, Dokumentationen, Image- und Erklärfilme und sonstige Audioformate. Dabei profitiert er sehr von seiner mehrjährigen Bühnenerfahrung. Steffen Rössler ist ausgebildeter Opernsänger und stand viele Jahre als ebensolcher auf der Bühne. Nach einem Unweg über die IT-Branche hat er schließlich den Weg ins Sprecherdasein gefunden. Die einzelnen Charaktere in diesem Buch spricht er mit solch einer Präzision, dass sich jede Figur wirklich anders anhört. Ja, man erkennt natürlich immer irgendwie die Stimme Steffen Rösslers. Aber er verleiht jedem Charakter eine ganz eigene individuelle Note. Man hört immer wieder, dass das Hörbuch für professionelle Sprecher und Sprecherinnen die Königsdisziplin darstellt. Bei diesem Werk ist es auf jeden Fall so. Der Ruf von Blut und Feuer dürfte Steffen Rössler einiges abverlangt haben. Aber das Ergebnis kann sich mehr als hören lassen.


In eigener Sache
Für diesen Blogbeitrag wurde mir das Hörbuches zur Verfügung gestellt. Der Beitrag wurde von mir verfasst und stellt meine persönliche Meinung zum Hörbuch dar. Dabei wurde ich von keinem der mitwirkenden Künstler oder Labels beeinflusst.

Hinterlasse einen Kommentar