Julius und der Melog – Ein Hörspiel vom Angst haben und Mut finden – von Gabriele Summen

Mit „Julius und der Melog“ ist ein neues Hörspiel für Kinder an den digitalen Start gegangen. Seit vorgestern steht es bei allen bekannten Streaming-Diensten zur Verfügung. Die Autorin Gabriele Summen hat mich gefragt, ob es mir einmal anhören würde. Zugegeben, ich gehöre nicht mehr so ganz zur Zielgruppe, aber natürlich habe ich es mir angehört.

Die Story ist schnell erzählt. Der sieben Jahre alte Julius ist an sich ein aufgeweckter und neugieriger Junge. Aber er ist auch sehr ängstlich. Es gibt kaum etwas, wovor er keine Angst hat. Sei es im Dunkeln schlafen zu gehen oder die Schäferhündin des Nachbarn. Er hat sogar Angst vor seinen Freunden als Angstghase dazustehen. Dass man auf die Art Freude auch gut verzichten kann, lernt er hoffentlich noch… 😉

Eines Abends findet Julius eine furchterregende Kreatur unter seinem Bett vor. Natürlich hat Julius auch vor dieser Angst. Dabei braucht er das gar nicht. Denn wie sich schnell herausstellt, hat jeder Mensch einen Melog, wie sich das Wesen selbst nennt. Für die meisten ist er aber unsichtbar. Zu erkennen gibt sich ein Melog immer dann, wenn sein Mensch zu viel Angst hat. So wie unser Julius gerade.

Es dauert nicht lange, bis die beiden sich richtig kennenlernen und Freundschaft schließen. Der Melog, der noch keinen richtigen Namen hat, bringt Julius bei, dass es nicht schlimmes ist, ab und zu mal Angst zu haben. Immerhin lässt ein gesundes Maß an Angst uns etwas vorsichtiger durchs Leben gehen. Und dann gibt es noch die Momente, in denen man einfach etwas mutiger sein sollte. Wie zum Beispiel beim Sprung vom 3-Meter-Brett im Schwimmbad, vor dem die meisten Kinder beim ersten mal Angst haben, der sich dann aber hinterher als gar nicht so gefährlich entpuppt, wie befürchtet. Julius meistert diese Hürde übrigens bravourös und handelt sich so gleich die Anerkennung seiner Mitschüler und seines Lehrers ein.

Heißt also, Angst und Mut sind zwei ständige Belgeiter im Leben, die stets im Gleichgewicht zueinander stehen. Diese Balance zu halten ist eine der alltäglichen Herausforderungen, der wir uns immer wieder stellen müssen. Julius hat also noch viel zu lernen. Mit Hilfe seines neuen Freundes aber schafft er es in kurzer Zeit, sich einigen seiner Ängste zu stellen und sie zu überwinden.

Die Umschreibung „ein Hörspiel vom Angst haben und Mut finden“ trifft es inhaltlich also sehr gut. Die Autorin Gabriele Summen legt die Figuren so an, dass man sich immer wieder mal selbst erkennt. Ob es nun der Sprung vom Dreier ist, oder der Hund vom Nachbarn, der eigentlich nur spielen will, irgendwas in der Art ist jedem mal passiert, oder? Am besten gefällt mir übrigens die Stelle, als sich Julius Eltern seinetwegen streiten und er ihnen kräftig die Meinung sagt – einfach herrlich!

Technisch ist das Hörspiel gut und sehr kindgerecht umgesetzt. Die Erzählerin führt zum größten Teil durchs Geschehen und erklärt sehr viel. Leider gerät so das Zusammenspiel der einzelnen Figuren immer wieder ins Stocken. Das ist der Teil, der mir nicht ganz so gut gefällt. Wenn es noch weiere Folgen gibt, würde ich mir wünschen, dass die Geschichte etwas mehr von den Figuren selbst getragen wird.

Der Botschaft, die hier vermittelt wird, tut das aber keinen Abbruch. Hört es Euch einfach an. Es lohnt sich – wirklich!

Verlag/Label
Maritim

Erscheinungsdatum
24.04.2020

Sprecher
Erzählerin – Anna Katz
Julius – Oskar Altschiller
Der Melog – Reverend Christian Dabeler
Julius Mutter – Alexandra Sagurna
Julius Vater – Jürgen Kuttner
Frau Cactus – Fancoise Cactus
Frau Dunkel – Ruth Niehaus
Keks – Ramin Bijan


In eigener Sache
Für diesen Beitrag wurde mir von der Autorin ein digitales Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Rezension wurde von mir verfasst und stellt meine persönliche Meinung zum Hörspiel dar. Dabei wurde ich von keinem der mitwirkenden Künstler oder Labels beeinflusst.

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