Leo und die Abenteuermaschine (16) – Leo und das Automobil

Es wird mal wieder Zeit für eine Folge „Leo und die Abenteuermaschine“. Sein neustes Abenteuer hat mich als Rezensionsexemplar erreicht. Wie der Titel schon vermuten lässt, bringt uns der kleine, schlaue Löwe dieses mal die Geschichte des Automobils näher. Oder sollte ich sagen „zurück“? Also, setzt Euch und schnallt Euch an, dann kann die temporeiche Fahrt durch unsere Geschichte beginnen…

Klappentext
Leo möchte einmal einem richtigen Autorennen beiwohnen. Zusammen mit seiner Abenteuermaschine reist er in das Jahr 1926 zur AVUS nach Berlin. Aber die legendäre Rennstrecke existiert nicht, genauso wenig wie das Automobil. Kurzentschlossen reist Leo zurück ins Jahr 1879 zu Carl Benz, dem Erfinder des Automobils, Was Leo nicht weiß, jetzt nimmt sein Abenteuer erst richtig Fahrt auf. In mehreren Zeiten muss Leo die Fehler finden, zusammen mit Bertha Benz die erste Überlandfahrt meistern und am Ende mit dem legendären Rudolf Caracciola ein Hochgeschwindigkeits-Rennen gewinnen. Schnallt Euch an, wenn Leo wieder die Menschheitsgeschichte rettet.

Meine Meinung
Was wäre unsere Welt nur ohne das Auto? Eine Frage, die sich kaum beantworten lässt. Dafür dürfte es den meisten von uns wohl an Vorstellungskraft fehlen. Unser Freund Leo aber macht trotzdem den Versuch, uns dieses Bild einmal etwas näher zu bringen. Die AVUS, diese legendäre Berliner Rennstrecke, die in diesen Tagen stolze 100 Jahre alt geworden ist, gibt es nicht. Und anstelle unserer heute alltäglichen und selbstverständlichen Autos, benutzen die Menschen noch immer Pferdefuhrwerke zur Fortbewegung. Unvorstellbar aus heutiger Sicht. Das sagt sich Leo und macht sich auf, die Geschichte wieder herzustellen.

Die Erfindung des Automobils geht zurück geht zurück auf den Ingenieur Carl Friedrich Benz. Den großen Durchbruch in der Entwicklung des Autos hatte er in der am Silvesterabend des Jahres 1879. Klar, dass Leo diesen Zeitpunkt als ersten Anlaufpunkt für seine Mission auswählt. Aber lässt sich die Geschichte mit diesem einen Ausflug in die Vergangenheit auch wirklch wieder herstellen? Nein! Denn was vielleicht nicht jeder weiß, neben der Entwicklung von Carl Benz‘ Motorwagen gilt die erste Überlandfahrt von dessen Frau Bertha Benz als zweiter Meilenstein, der die Erfolgsgeschichte des Automobils erst so richtig ins Rollen gebracht hat. Auch hier muss der gute Leo eingreifen, um dem Ablauf der Dinge den entscheidenden Schubs in die richtige Richtung zu geben.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie viel Wissen und Geschichte in einer guten Stunde untergebracht werden können. Und dann auch noch so, dass man sich nicht einen Moment langweilt. Der kleine Löwe ist so wissbegierig, dass man gar nicht anders kann, als mitzufiebern. Autor und Hörspielmacher Matthias Arnold greift mit dem Automobil ein Stück Geschichte auf, dass in diesen Tagen politisch und gesellschaftlich ein Stück weit zum Reizthema avanciert ist. Der streitbare Teil wird hier aber gekonnt umgangen, so dass man nicht umhinkommt, dieses Stückchen Geschichte zu bewundern und sich daran zu erfreuen.

Den unumstrittenen Höhepunkt dieser Folge ist natürlich das Rennen, für das Leo schließlich ins Berlin des Jahres 1926 gereist ist. Der große Preis von Deutschland wurde 1926 zum ersten mal auf der AVUS ausgetragen. Und es war der erste internationale Rennen,das nach dem ersten Weltkrieg in Deutschland veranstaltet wurde. Der grandiose Sound lässt in den Kopfhörern oder auch den heimischen Lautsprechern echtes Rennstreckenfeeling aufkeimen, so dass das gesamte Event schon ein bisschen Livestream-Charakter bekommt.

Neben der tollen Soundkulisse wird Leos aktueller Streifzug durch die Geschichte wieder vom einem Sprechercast zum Leben erweckt, der sich mehr als hören lassen kann. Neben Marco Rosenberg, der wie immer Leo seine Stimme leiht, liefern auch Katrin Zierof als Erzählerin und Babette Büchner als Abenteueruhr eine wunderbar saubere Sprachleistung ab. Aber auch die anderen Sprecher konnten, wie eigentlich in jeder Folge, sehr überzeugen. Hier hätte ich nur einen einzigen, kleinen Kritikpunkt. Beim Rennen auf der AVUS kommen Carl und Bertha Benz stimmlich genauso daher wie bei Leos ersten Besuch im Jahr 1879. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man ihnen die gut 4 Jahrzehnte abhört, die inzwischen vergangen sind. Der Geschichte selbst und dem furiosen Finale tut das aber keinen Abbruch, da die beiden hier zur Neben figuren werden. Während des Rennens geht es ja hauptsächlich um Leo und Rennfahrer Rudolf Caracciola.

Fazit
Wer seinen Kindern nicht einfach irgendein Hörspiel hören lassen möchte, ist hier genau richtig. Wir haben Abenteuer, Spannung, eine Stück Geschichte erzählt mit viel Fantasie Liebe zum Detail und vorgetragen von Figuren, die man schlichtweg gern haben muss. Bei Leo kann man einfach nichts falsch machen! Und vielleicht lernen nicht nur die Kinder, sondern auch der eine andere Elternteil nich etwas dazu…

Label/Verlag
e.T. Media / Matthias Arnold

Regie
Matthias Arnold

Erscheinungsdatum
08.06.2021

Sprecher
Leo Löwe – Marco Rosenberg
Erzählerin – Katrin Zierof
Abenteueruhr – Babette Büchner
Bertha Benz – Tanja Fornaro
Rudolf Caracciola – Vicent Fallow
Carl Benz – Sven Brieger
Richard Benz – Leonard Keilwerth
Eugen Benz – Tobias Arnold
Stadionsprecher – Ulf Schulz


In eigener Sache
Für diesen Blogbeitrag wurde mir Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Beitrag wurde von mir verfasst und stellt meine persönliche Meinung zum Hörspiel dar. Dabei wurde ich von keinem der mitwirkenden Künstler oder Labels beeinflusst.

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